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Dissertationsprojekt |
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Mittwoch, 19. März 2008 um 20:00 Uhr |
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Kurzvorstellung Forschungsprojekt Exemplarische Analyse von „Bildinterpretation im Sinne der qualitativen Sozialforschung als Zugang zur Lebenswelt“ Einleitung Der Arbeitstitel des Dissertationsvorhabens: „Phänomene der Perspektivität von Frauen und Männern in der Fotografie“ ist offen, um der ausstehenden Eingrenzung des Forschungsthemas und des Forschungsfeldes hinreichend Raum zu geben. Eine Vielfalt an gesellschaftlichen Entwicklungen sind charakteristisch durch gegenwärtig grundlegende Veränderungen der gesellschaftlichen Ordnung und der eigenen Verortung im sozialem System. Welche Bedeutung Fotografien innerhalb einer Wissens- und Informationsgesellschaft zukommt und welchen Beitrag sie leisten kann ist abhängig von neuen objektiven und subjektiven Grenzen, die sich durch eine ständige Veränderlichkeit innerhalb menschlicher Beziehungen, der Wahrnehmung des Selbst und Anderer auszeichnet. Wie vermittelt Fotografie ihre Botschaft innerhalb kultureller Symbolsysteme, die durch den Aufbau von Selbst- und Weltbildern und das Suchen nach realen Alternativen, Varianten, unterschiedlichen Möglichkeiten dominiert wird? Fotografen unterliegen diesem Transformationsraum mit deren gesellschaftlichen-sozialen Bedingungen, als strukturelles Element für die menschlichen Lern- und Bildungsprozesse. Diese erfordern kontinuierliche Anpassungsleistungen an Veränderungen, Variationen, Modifikationen des sozialen Handelns und sind somit inhärenter Bestandteil von Lebenszusammenhängen. Die damit einhergehende Flexibilitäts- und Anpassungsforderung können im Medium der Fotografie aus bildungstheoretischer Hinsicht als subjektiv wahrgenommene Wirklichkeit präsentiert oder konstruiert werden. Für eine gemeinsame Ebene von Bild und Sprache sind Erlernte oder verinnerlichte soziale Szenarien aus alltäglichem Handeln und die visuelle Darstellung sozialer Kontexte auf der Basis von Handlungs-, Zeichen- und Wissenstheorie und der semiologischen Theorien und Methodologie nach Roland Bartes (u.a. 1993) Voraussetzung. Die damit zusammenhängende Relevanz von Zeichen und Symboliken in Form einer ‚Textförmigkeit des Bildes‘ nach Stefan Müller-Doohm (u.a.1993) bilden die Grundlage, um Fotografie durch ihre Bildsprache als schematische und bildliche Konstruktion narrativ lesen und verstehen zu können. Aber können eigeninterpretierte Bilder von Akteure biografische Verläufe von unter „Berücksichtigung der kollektiven Dimensionen“ widerspiegeln? Angenommen wird, dass visuelle Darstellungen sozialer Kontexte einen spezifischen Ausschnitt der Realität als eine konstruierte oder reflektierte Perspektive erfassen, die sich im Entstehungsprozess, der Dynamik, Aufteilung und Ausrichtung in der Gestaltung einer Fotografie wiederspiegeln können. Perspektivịsmus beinhaltet auch immer die Möglichkeit, dass andere Interpretationen vorkommen. Der lateinische Begriff des Perspektivịsmus vertritt das Prinzip nach der philosophisch-erkenntnistheoretische Lehre, dass Wirklichkeit, die Umwelt und Anschauung abhängig von dem Standpunkt oder Eigenschaften des Erkennenden unabschließbar gegeben sein kann. Wichtig in der Diskursanalyse ist die Herausarbeitung der Autonomie des Subjekts innerhalb einer Gesellschaft gegenüber den objektiven Bedingungen. Winfried Marotzki dargestellt. Bildung stellt als zentrale reflexive Ortung des Menschen die Reflexivität hinsichtlich des Selbstbezuges als Selbstreferenz und Selbstentwicklung, sowie der Weltreferenz hinsichtlich des Bezuges auf individuelle Handlungen und gesellschaftlicher Bindungen dar. Welt- und Selbstreferenz werden aufgrund der perspektiven- und deutungsgebundenen Wahrnehmung aktiv hergestellt und über individuellen Handlungen und gesellschaftlichen Bindungen hergestellt, aufrechterhalten oder verändert. Otto Hansmann nimmt aufgrund der veränderten gesellschaftlichen Strukturen eine Rekonstruktion des Bildungsbegriffes vor. Hier geht er von dem Prozess der Entsinnlichung von Lebenszusammenhängen, der Ordnungsleistungen für Konstruktion von Sinn und Bedeutung, auch hinsichtlich des Wertewandels aufgrund der explorativen Steigerung des anzueignenden Wissens für die Alltagsbewältigung und den Qualifikationsgrad für den beruflichen Alltag aus. Das erfordert eine höhere Leistungsfähigkeit des analytischen, rationalen und begrifflich orientierten Denkens als kontinuierliche Anpassungsleistung, um Handlungen logisch-intellektuell oder anhand von Wertehierarchie der Bedeutungsmessung von Handlungen zu bewerten und Sinnzusammenhänge herzustellen. Die zentrale Frage in der Biographieforschung nach der subjektiven Relevanzen bleibt, welchen Einfluss veränderte gesellschaftliche Strukturen auf bestimmte Haltungen und Auffassungen üben und wie sich die Weld- und Selbstreferenz hierbei verändert? Winfried Marotzki beschreibt mit der erziehungswissenschaftliche Biografieanalyse die Erschließung individueller Erfahrungsräume. Die Identifikation mit bestimmten kulturellen oder subkulturellen gesellschaftlichen Gruppen mittels des Mediums Fotografie gelingt überwiegend durch Kreativität in der Vermittlung von Sinnbildern, um den Ausdruck den unterschiedlichen gesellschaftlich-sozialen Aspekten Rechnung zu tragen. Der Begriff Fotografie beschreibt aus dem altgriechischen die ‚Bedeutung von Licht‘ oder das ‚Schreiben mit Licht‘, die in der Gegenwart durch unterschiedlichste Träger, beispielsweise durch Film, Fotopapier oder andere fotografische Verbreitungsmedien zugänglich geworden sind. Fotografie als Objekt der Wirtschafts-, Sozial- und Kunstwissenschaft, vermitteln für die Betrachtung gestalteter Räume im privaten oder beruflichen Umfeld verschiedenste virtuelle Botschaften oder dienen dem Prozess der Verständigung und Sinnvermittlung Weiterhin gehen Ralf Bohnsack und Krüger davon aus, dass Bilder der alltäglichen Verständigung, Sozialisation und der Bildung in der Weise dienen, dass Bilder die Wirklichkeit nicht nur repräsentieren sondern zunehmend mehr konstruieren und damit in ganzheitlicher Weise Einfluss auf die Sozialisation ausüben. „Vielmehr sind Bilder handlungsleitend – insbesondere in der Form, innerer Bilder´. Soziale Situationen und Szenarien werden in Form innerer Bilder gelernt, im Medium des Bildes erinnert. Indem sie in wesentlicher Hinsicht bildhaft im Gedächtnis sedimentiert sind, ermöglichen sie uns, unser Handeln an diesen sozialen Szenarien in adäquater Wiese zu orientieren.“[1] Fotografie ist demnach immer mit einer Botschaft verbunden und als solche zu interpretieren. Bilder vermitteln handlungsleitende Wirklichkeit, die mit reflexivem Vorwissen und vorhandenem Deutungsmuster verbunden sind und letztlich als unverzichtbares Instrument der visuellen Kommunikation und Sinnstiftung dienen. Roland Barthes unterscheidet dabei in zwei Ebenen. Eine denotierte Ebene als Paradox der uncodierten Botschaft, die eine Begebenheit als ‚Mythos der fotografischen Natürlichkeit‘ zeigt und auf dem mechanischen Analogen des Wirklichen beruht. Im Unterschied zur Textinterpretationen finden sich in Bilder demnach Sinnebenen und Eigensinnigkeiten die sich in ikonischen Zeichen auf der denotativen Ebene ausdrücken, dass die „denotierte Botschaft rein analogisch ist, das heißt auf keinerlei Code beruht“.In der zweiten Ebene unterscheidet Barthes die konnotierte Botschaft der Fotographie, die unter der Einwirkung des Schaffenden einen eigenen Sinn zum Ausdruck bringt. Kreative Fotografie, in der durch technische Bearbeitung, Perspektivität durch Bildausschnitt oder Belichtungszeit eine konnotierte Botschaft vermittelt, soll gelesen, beziehungsweise durch ihre Ausdrucksmuster (dargestellter Zeichenvorrat) verstanden werden. Weitere Ausführungen folgen nach Marotzki, Winfried; Stoetzer, Katja ‚Die Geschichten hinter den Bildern‘ - Annäherungen an eine Methode und Methodologie der Bildinterpretation in Biografie- und bildungstheoretischer Absicht (In: Bild und Text - Opladen [u.a.] : Budrich, S. 47-60, 2007).
[1] Vgl. Das führt zu immer neuen Perspektiven und Erkennens der Welt u.a. von G. W. Leibniz, F. Nietzsche, J. Ortega Gasset und J. von Uexküll vertreten.Das Erkenntnisinteresse Im Sinne der qualitativen Sozialforschung können Aussagen zu sozialen und kulturellen Räumen, und der Evidenz der Akteure getroffen werden. Konstruktionen und Aufbau von Selbst- und Weltbildern durch individuelle Erfahrungsräume finden ihren Ausdruck in der Bildlichkeit und üben ihren Einfluss auf die Perspektivität von Frauen und Männern auch in ihren Fotografien aus. Voraussetzung ist, dass eine Korrelation zwischen biographischen Verläufen und Besonderheiten der Bildlichkeit in den fotografischen Werken als ein noch zu explorierendes Phänomen existieren. Nach symbolischen Handlungsweisen und bildlichen Symbolen werden Orientierungsmuster im Alltagsleben erfasst und sollen das Phänomen der Perspektivität, Strukturen und Funktionsweisen aus Sicht der Frauen und Männern in ihrer Fotografie erklären. Die Hauptfragestellung - Sind die lebensweltlichen Erfahrungskontexte, individuellen Handlungskompetenzen oder die Konstruktion sozialer Strukturen in den Bildern wiederzufinden?
- Sind biografische markante Merkmale oder Phasen in den Aussagen der Bilder vorhanden und zeichnet sich diese Korrelation über eine Gleichartigkeit im Ausdruck der Bilder aus?
- Lassen sich biographisch nicht verwirklichte Ziele (unerfüllten oder erfüllten biografischen Wünsche sowie die sich dahinter verbergende Lebensplanung) anhand des Bildmaterials aufzeigen und sich dies durch gegensätzliche Merkmale zwischen Bildaussage und Biographie ausdrücken?
In der Untersuchung werden die Korrelation zwischen den Besonderheiten der Bildlichkeit in den fotografischen Werken und biographischen Verläufen betrachtet, beziehungsweise die Korrelation zwischen Schlüsselwerken und biografischen Verläufen der Akteure (Beziehung zwischen statistischen Variablen). Die Verbindung von narrativen Interviews und Bildinterpretation dient der kausalanalytischen Interpretation und der Erkenntniss der sozialen Identität im Kontext der Medienrezeption und der sich dahinter verbergenden Bildaussagen und Botschaften, um Perspektive von Akteure und ihre Orientierung durch die eigene Selbst- und Weltreferenz anzugehen. Lassen sich unter der Beschreibung einer widerständigen Realität Kontinuitätsbedingungen in den fotografischen Arbeiten beschreiben? Voraussetzung ist, dass bestimmte biografische Prozesse reflexiv in den Bildern verarbeitet werden oder diese sich im späteren Verlauf als biografische Spannung zum aktiven Gestalten der persönlichen Entwicklung aufzeigen lassen. Auswertung der erhobenen Daten erfolgt zunächst Einzelfallanalysen/ Inhaltsanalysen, durch Fein-Interpretation der einzelnen Transkriptionen z.B. nach reduktiver Methode nach Philipp Mayring oder nach hermeneutischer/ rekonstruktiver Methode v.a. nach OevermaNN). Hieraus erfolgen Rekonstruktion und Generalisierungen von Deutungsmustern bzw. latenten Sinnstrukturen (über Einzelfallanalysen hinausgehende Darstellung der Ergebnisse, Thesenformulierung). Problem: plausible Reduktion bei der Darstellung des aufwendigen Forschungsprozesses. Das Prinzip der Kontrastierung dient der systematischen Rekonstruktion der Teildiskurse und ihrer interpretativen Gegenüberstellung im Bezug auf die Forschungsfrage und deren Interpretatisonhypothesen unter folgenden Bedingungen: Fotografie als "Experimenteller Raum" Das Suchen vs. Das Finden (Dekontextualisierung als Selbstentdeckung/ Kontextmodifizierung) Fotografie als "Erforschen des Menschseins" Sozialisation/ Kausalitätsvermutung vs. Subjektivität Selbstentdeckung und Deutungskonventionen (Subjektivitätstheorie)
Wenn Sie als Fotografin oder Fotograf seit mehr als zehn Jahren tätig sind: und das Dissertationsprojekt unterstützen möchten, schicken Sie eine Mail. Alle persönlichen Daten werden selbstverständlich anonymisiert. Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen, mehr über Ihr Fotografieren zu erfahren und Ihnen mein Forschungsgebiet vorzustellen. Forschungskolloquium und Forschungsatelier Prof. Winfried Marotzki Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik Institut für Erziehungswissenschaft Fakultät für Geistes- Sozial- und Erziehungswissenschaften Otto-von-Guericke-Universität Universitätsplatz 2, 39106 Magdeburg Bereich: Bildungstheoretisch orientierte erziehungswissenschaftliche Biographieforschung |
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Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, 11. Februar 2009 um 19:55 Uhr |
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